Mittwoch, 8. Dezember 2010

Erste Gedanken nach langer Zeit

Es ist so viel passiert in letzter Zeit...
Manchmal komme ich mir vor, als hätte jemand Eimer voller bunter Farbe über mich geschüttet und jedesmal wenn ich mir eine aus den Augen wische, trifft mich der nächste Schwall und raubt mir die Sicht. Rot, Blau, Gelb, Violett...
Ich bin bedeckt von oben bis unten und so schön die Farben auch sind, ich muss mich erst an sie gewöhnen. Von Zeit zu Zeit frage ich mich, kann ich das noch? Kann ich unter all den Farbschichten wirklich noch ich bleiben? Oder muss ich sie eines Tages abstreifen und vielleicht dazu übergehen mich mit Federn an ihrer statt zu bedecken?
Ich bin glückllich und zugleich bin ich es nicht. Im einen Moment bin ich überzeugt und dann versinke ich in Zweifeln. Verlange ich zu viel von der Welt oder verlangt die Welt zu viel von mir?
Ich muss lachen wenn ich das selbst noch einmal lese.
Jedenfalls, mache ich mir wieder einmal Gedanken.
Zum Beispiel darüber, dass ich mein Leben lang gelernt habe, dass man seine Freunde unterstützt und für sie da ist, so gut man eben kann. Und darüber, dass es aber niemand versteht, wenn man sich dann zu seinen Freunden setzt und versucht ihnen wenigstens die Möglichkeit eines Gespräches oder einer Umarmung anzubieten. Wenn man einmal sein Wort gegeben hat sich um einen anderen zu kümmern, darf man es doch nicht brechen, nur weil es einem gerade ungelegen kommt.
"Oh, du hast jetzt Probleme? Na lass mal sehen, nächste Woche könnte ich einen Termin beim Mittagessen einschieben." - So was will doch niemand hören. Dann läuft ein Tag eben nicht so ab wie man es sich gedacht hat, warum muss man da beleidigt sein? Wäre es nicht ehrenvoller und besser, wenn man begeistert wäre, dass jemandem sein Wort und seine Ehre wichtiger sind als irgendwelche Regalbretter oder Restaurantbesuche?

Oder ein anderer Gedanke:
Warum wird jemand, der sich redlich bemüht sein Leben gut zu leben und zu beherrschen, von der Gesellschaft im Stich gelassen? Warum wird einem jungen Menschen, der sich von früh bis spät abschuftet, nicht geholfen? Warum müssen wir so viel und so lange arbeiten, dass wir körperlich krank davon werden? Das wir keine Zeit mehr haben um zu kochen, ausreichend zu schlafen oder einfach mal dazusitzen und zu denken?
Warum kommt einem wenn man sich sein Arbeitsleben ausmalt, einfach nur die Galle hoch? Wenn man sich vorstellt mit nahezu 70 immer noch bis abends arbeiten zu müssen...Die heutigen Zustände sind nichts anderes als moderne Sklaverei und all die Jugendlichen die sich verzweifelt dagegen wehren, in diese Reihen eingegliedert zu werden, sehen das und haben Recht mit ihrem Protest. Die Welt hat noch nicht erkannt, dass sich alles verändert hat. Unsere Seelen haben sich verändert und passen nicht mehr in diese engen Gassen die man uns zwingt entlangzugehen. Wir wollen größere Leben als die, die wir haben. Unsere Träume sind größer, als unsere Ahnen sie zu träumen wagten und sie nicht erfüllen zu können, reißt uns auseinander. Doch wenn man das sagt, wenn man ausspricht "Es ist nicht gerecht", dann gilt man als verrückt. Als Schmarotzer und Versager und Irrer.

Ich frage mich ganz ernsthaft, wer ist verrückter?
Eine Gesellschaft die sagt,- du willst zwar arbeiten und könntest auch eine gute Ausbildung machen, sodass du später eine wirkliche Stütze für dein Land bist, aber wir geben dir keine Chance?

Oder ich, weil ich sage, - ich arbeite um leben zu können. Aber ich lebe nicht nur um zu arbeiten.

Denk mal drüber nach.

Max Stuart

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen